Das Dreigiebelhaus hat neben den beiden Giebeln an den Stirnseiten des Hauses einen dritten Giebel in der Mitte der Längsseite des Wohnhauses. Dort befindet sich in aller Regel auch der Hauseingang.

Dreigiebelhaus

Lange Zeit kannte man diese Giebelform nur in Norddeutschland, jetzt hat sich das Dreigiebelhaus auch in der gesamten Republik durchgesetzt. Was ist nun das Besondere an dieser alten Hausform? Sie ist so beliebt geworden, weil sie zwar von außen recht hanseatisch-konservativ aussieht, aber durch ihre Zugewinnung von Wohnfläche eine moderne und manchmal auch ausgefallene Innenarchitektur erlaubt.

Das nachstehende Video zeigt die Bauweise und die Vorteile eines Dreigiebelhauses für die Innenarchitektur moderner Hausbauten.

Die Historie des Dreigiebelhauses

Seinen Ursprung hat das Dreigiebelhaus in Friesland. Deshalb wird es auch oft als Friesenhaus oder Kapitänshaus bezeichnet. Korrekt ist eigentlich die Bezeichnung Uthlandfriesisches Haus. Dieses Haus ist allerdings immer mit einem Reetdach bedeckt. Ursprünglich hatten die Friesenhäuser einen gemeinsamen Nenner: Mauerwerk, bestehend aus rotem Ziegelstein und ein Reetdach sowie weiß oder blau gestrichene Fensterrahmen und Türen. Die modernen Formen des Dreigiebelhauses verwenden allein aus Gründen des Feuerschutzes keine Reetdächer mehr. Ansonsten sind die architektonischen Grundideen des Friesenhauses beibehalten worden.

Architektur des Dreigiebelhauses

Heutige Dreigiebelhäuser bestechen durch die schlichte Eleganz, in der die Architektur modernes Design und jahrhundertealte Traditionen vereint. Der dritte Giebel verbindet durch seine großen Fensterflächen, die viel Licht und Sonne in das Haus scheinen lassen, in besonderem Maße Form und Raum. Er wertet die Längsseite des Hauses architektonisch erheblich auf.

Dreigiebelhäuser machen auch äußerlich etwas her, sie sehen hochwertiger aus und heben sich deutlich von den Häusern in der Nachbarschaft ab. Leider gibt es noch einige örtliche Bauvorschriften, die drei Giebel auf einem Haus untersagen.

Das Dach auf dem dritten Giebel muss nicht zwangsläufig ein Satteldach sein, wie es die klassische Bauform für Dreigiebelhäuser vorsieht. Es sind auch andere Dachformen, wie Walmdach oder Krüppelwalmdach möglich.

Größenvorteil

Auf der vorhandenen Grundstücksfläche kann durch einen dritten Giebel mehr Wohnfläche erbaut werden, als es bei einem Haus mit einem normalen Satteldach möglich wäre. Durchschnittlich ca. 25 bis 30 Quadratmeter mehr Wohnraum können so erreicht werden. Das Dachgeschoss kann mit dem dritten Giebel größere Flächen mit Kopffreiheit erreichen und so z.B. auch die Treppen und Flure im Obergeschoss viel großzügiger gestalten.

Voraussetzung dafür sind sowohl die angemessene Höhe des Drempels (Kniestocks) und die Dachneigung, die mehr als 35 Grad erreichen sollte, je steiler desto besser.

Mehrpreis

Der höhere Wohnkomfort und die größere Bausubstanz führt bei einem Dreigiebelhaus natürlich auch zu einem höheren Baupreis. Bauherren sollten für die 25-30 qm größere Wohnfläche mindestens 10.000 Euro zusätzlich einplanen. Je nach Anspruch an Qualität und Ausstattung kann sich diese Summe noch erhöhen. Wer ein solches Haus mit drei Giebeln gebaut hat, ist meist der Ansicht, dass sich dieser Mehrpreis allemal gelohnt hat.

Bildquelle: ALPIX / pixelio.de

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