Vorbereitungen zum Grundstückskauf

Häufig scheitert ein Bauvorhaben bereits beim ersten Schritt: dem Grundstückskauf. Noch viel schlimmer ist es, wenn der erste Schritt unüberlegt getan wird und der Traum vom Eigenheim zum Alptraum wird.

Durch eine kompetente Begleitung des gesamten Vorgangs „Grundstückskauf“ kann jeder in die Lage versetzt werden, das Optimum für sich zu erreichen. Es gibt genügend Fallstricke, Unebenheiten und Gefahren, die aufgezeigt und damit auch umgangen werden können.

Die Standortwahl

Die Vorbereitungen beginnen mit der richtigen Standortwahl. Wenn der Kaufanwärter durch perfekt ausgeklügelte Checklisten geleitet wird, kann er nicht vergessen, alle wichtigen Standortfaktoren zu berücksichtigen. Wichtige Standortfaktoren sind: Infrastruktur, Verkehrsanbindung, Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Bildungseinrichtungen, Sport- und Freizeitmöglichkeiten, kulturelle Einrichtungen, Wohnumfeld, Stellplätze, Parkplätze, Erschließungszustand des Wohngebietes, Standortsicherheit, Erholungswert, Lärm, Luftverschmutzung und Besonnung.

Flächennutzungsplan und Bebauungsplan einsehen

Zu einer ordentlichen Vorbereitung gehört auch, dass man weiß, wozu ein Flächennutzungsplan wichtig ist, wie und wo man ihn einsehen kann, was der Bebauungsplan sagt und wie dieser richtig gelesen wird, um Erkenntnisse für den geplanten Hausbau zu erlangen. Da ist es schon wichtig, zu erfahren, was demnächst in der Nachbarschaft gebaut werden soll, welche Haustypen (Einfamilienhaus, Doppelhaus, Zweifamilienhaus oder Reihenhaus) überhaupt gebaut werden dürfen und vieles weitere. Wenn anhand von Musterplänen die wichtigsten Begriffe erläutert werden, kann diesbezüglich nichts schief gehen.

Unterlagen vom Katasteramt

Natürlich ist es auch wichtig, welche Unterlagen vom Katasteramt benötigt werden, was ein amtlicher Lageplan, ein Flurkartenauszug und ein Auszug aus dem Liegenschaftsbuch ist. Was steht eigentlich im Baulastenverzeichnis und wie kann das die Baupläne beeinflussen? Was muss man vom Nachbarrecht wissen? Diese Fragen müssen mit konkreten Beispielen beantwortet werden. Zu allen Problemen und Fragen empfiehlt es sich auch, die zugehörigen gesetzlichen Vorschriften genau durchzulesen und sich gegebenenfalls Rat vom Fachmann einzuholen.

Grundstückswert ermitteln

Wer weiß denn schon den tatsächlichen Wert eines Grundstückes, speziell wenn er vom Bauträger erworben wird? Also muss es unabhängige Informationen über die Berechnung des Grundstückswertes geben und darüber, was bei den Erschließungskosten zu beachten ist. Dazu kann man selbst einen Gutachter beauftragen, ein vorliegendes Gutachten einsehen oder bei den Gutachterausschüssen der Städte und Gemeinden nachfragen.

Eine weitere wichtige Frage stellt sich in diesem Zusammenhang mit der Bodenbeschaffenheit. Diese kann Ärger verursachen, wenn besondere Bodeneigenschaften erhöhten Aufwand für Gründungsmaßnahmen erforderlich machen. Das kann bedeuten, dass man ein Bodengutachten anfertigen lassen muss.

Grundstückskaufvertrag

Wenn alle Voraussetzungen für den Erwerb des Grundstücks selbst erfüllt sind, fehlt nur noch der letzte Akt, der Grundstückskauf. Dafür ist die Erklärung des Grundbuchs mit seinen Abteilungen Grundlage und auch, welche Rechte innerhalb des Grundbuchs Einfluss auf die Gestaltung des Bauvorhabens nehmen können.

Bevor es zum Notar geht, sollte man schon wissen, was es mit einer Auflassung und einer Auflassungsvormerkung auf sich hat und welche notwendigen Vereinbarungen bezüglich Gewährleistung und Rücktrittsrecht vereinbart werden müssen.

Meist bekommt man beim Notar einen Vertrag vorgesetzt, den der Notar für den Bauunternehmer oder Bauträger entworfen hat. Hier heißt es, seine eigenen Ideen einzubringen. Denn der Notar achtet meist nur auf die Einhaltung der gesetzlichen Erfordernisse, er ist nicht der Interessenvertreter der zukünftigen Bauherren.

Bildquelle: Martin Schneider / pixelio.de

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