Heimwerker wie auch erfahrene Maler und Tapezierer beginnen ihre Tätigkeit immer mit der Überprüfung des Untergrundes, bevor das eigentliche Tapezieren beginnen kann. Die meisten Fehler beim Tapezieren werden nicht durch mangelhafte Tapeten oder schlechte Verarbeitung hervorgerufen, sondern durch eine falsche und nicht gründliche Überprüfung des Untergrundes. Nur wenn der Untergrund den Anforderungen der anzubringenden Tapete entspricht, ist ein gutes Gelingen der Arbeiten möglich.

Tapezieren

Ideale Tapezierbedingungen finden sich nicht einmal immer beim Neubau, bei der Renovierung im Altbau herrschen mitunter extrem schlechte Vorbedingungen für das Tapezieren. Eine gründliche Überprüfung des Untergrundes ist daher immer als erste und wichtigste Handlung vorzunehmen. Als Quintessenz der Überprüfung und gegebenenfalls folgender Vorbehandlungsmaßnahmen muss immer gelten, dass der Untergrund trocken, tragfähig, gleichmäßig saugfähig, sauber und glatt sein muss.

Für den gewieften Praktiker und den Experten gibt es drei wesentliche Prüfungsfelder für die Tapezierungsvorbereitungen, die Feuchtigkeit, die Oberflächenfestigkeit (Tragfähigkeit) und die Saugfähigkeit.

Feuchtigkeitsüberprüfung

Feuchtigkeitsprobleme sind meist schon auf den ersten Blick erkennbar. Dunkle Verfärbungen, Schimmelpilze und Stockflecken, Ausblühungen oder Korrosionsflecken sind Anzeichen, dass hier etwas mit dem Untergrund nicht in Ordnung ist. Eine einfache Methode, die Feuchtigkeit zu überprüfen, ist die sogenannte Folienprobe. Hierfür wird eine handelsübliche Klarsichtfolie über die betreffende Stelle an der Wand geklebt. Nach Ablauf von 12-24 Stunden kann man dann anhand des sich (nicht) bildenden Kondenswassers unter der Folie erkennen, ob die Wand zu feucht ist oder nicht. Die Überprüfung der Feuchtigkeit ist auch mit einem Indikatorpapier oder einem Feuchtigkeitsmessgerät wie dem Hydromat oder besser noch dem CM-Gerät möglich.

Bei Feuchtigkeitsschäden Abhilfe schaffen

Vor Beginn der Arbeiten muss die Feuchtigkeit aus der Wand entfernt werden, denn der Untergrund muss in jedem Fall trocken sein.

Schimmelflecken haben ihre Ursache meistens in einer zu hohen Raumluftfeuchtigkeit, mangelhafter Belüftung, fehlendem Sonnenlicht und (speziell im Winter) nicht genügender Heizleistung. Man muss also den Schimmel gründlich entfernen und für Bedingungen sorgen, dass er sich nicht wieder bildet. Die Entfernung des Schimmelpilzes kann mit fungiziden Präparaten erfolgen.

Noch vorhandene Baufeuchtigkeit (bei Neubauten) müssen mit einem Bautrockner bearbeitet werden. In jedem Fall muss neuen Putzen eine ausreichende Zeit zum Trocknen gelassen werden.

Prüfung der Oberfläche auf Festigkeit und Tragfähigkeit

Die Prüfung der zu tapezierenden Flächen auf Festigkeit und Tragfähigkeit erfolgt auf recht einfache Art und Weise mit verschiedenen Methoden, wie der Kratz- oder Druckprobe, der Reibe- oder Wischprobe und dem Abreiß- oder Klebetest.

Kratz- oder Druckprobe

Die Kratzprobe offenbart mangelnde Stabilität des Untergrundes, wenn nämlich bei gleichmäßigem Druck mit einem harten, kantigen Gegenstand Teile von der Wand oder Decke abplatzen, ist der Untergrund nicht fest genug und daher ungeeignet fürs Tapezieren. Hier hilft gegebenenfalls nur eine Sonderverspachtelung.

Reibe- oder Wischprobe

Mit der Reibe- oder Wischprobe überprüft man, ob eine Wand noch Kalkreste abgibt. Wenn dies der Fall ist, ist die Wand noch nicht für das Tapezieren geeignet. Diese Fläche muss dann zuerst einmal sorgfältig gereinigt und gegebenenfalls mit einem neu anzulegenden Tapeziergrund verfestigt werden. Das Kreiden des Untergrunds ist durch eine einfache Wischprobe zu erkennen, das Manko erkennt man daran, dass der Untergrund abfärbt.

Abreiß- oder Klebetest

Mit dem Abreiß- oder Klebetest wird überprüft, ob die vorhandene alte Farbe entfernt werden muss oder ob sie an der Wand bleiben kann. Man klebt ganz einfach ein Stück Klebeband fest an die Wand und ziehen es mit einem Ruck wieder ab. Wenn Farbe auf dem Klebeband  haften bleibt, muss die Farbe entfernt werden.

Prüfung auf Saugfähigkeit

Die Saugfähigkeit von Decken und Wänden lässt sich einfach bewerkstelligen, indem man Wasser auf die Wände und Decken sprüht. Wenn das Wasser abperlt, handelt es sich um einen nicht oder nur schwach saugfähigen Untergrund. Zeigt der Untergrund hingegen eine rasche Wasseraufnahme bzw. verfärbt sich die Oberfläche schnell dunkel, ist dies ein Hinweis für einen stark saugfähigen Untergrund.

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