Bauvorbereitung

Um ein Bauvorhaben erfolgreich vorzubereiten, bedarf es einer exakten Bauplanung. Diese Bauplanung erfolgt zweckmäßigerweise mit Hilfe eines Architekten, Bauingenieurs oder sonstigen für die Planung von Gebäuden zugelassenen Personen. Die Vorbereitung unterteilt sich dabei in 6 Abschnitte, die in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) geregelt werden und die da sind:

Grundlagenermittlung, Vorplanung, Bau(vor)anfrage, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung und Ausführungsplanung.

Grundlagenermittlung

Im Rahmen der Grundlagenermittlung werden zwischen dem Planer (Architekt, Bauingenieur etc.) und dem zukünftigen Bauherren alle Grundsatzfragen technischer und wirtschaftlicher Art abgeklärt. Hier kommt es für den Planer darauf an, die Wünsche und Absichten des Bauherren richtig zu verstehen und ihn zu beraten, in welcher Form das Vorhaben machbar ist.

Einzelheiten der Grundlagenermittlung werden dann festgelegt. Dazu gehört es, die gesamte Aufgabenstellung für den Planer aufgrund der Bedarfsanforderungen des Bauherren abzuklären, eine Ortsbesichtigung vorzunehmen, Beratungen über den zu erwartenden Leistungsbedarf durchzuführen, gegebenenfalls Fachbeteiligte hinzuzuziehen und das Ergebnis der Grundlagenermittlung zusammenzufassen, zu erläutern und zu dokumentieren.

Vorplanung

Im Rahmen der Vorplanung werden die in der Grundlagenermittlung zusammengefassten Überlegungen mit dem Bauherren besprochen und die Eckpunkte der Bauplanung abgesteckt. Hierbei kommt es erstmals zu einem Vergleich der Vorstellungen des Bauherren von seinem Objekt und der damit verbundenen Kosten. Meist sind hier die ersten Differenzen zwischen dem Gewollten und dem finanziell Machbaren festzustellen. Aufgabe des Planers ist es nun, Alternativen zum Bauvorhaben zu entwickeln und vorzustellen.

Dabei werden auch erste Pläne, die über die Lage auf dem Grundstück, die Grundrisse des geplanten Hauses und die Fassadengestaltung Auskunft geben, erarbeitet. Hierzu gehören auch Skizzen über Schnitte und Ansichten des geplanten Hauses. Der Bauherr muss sich vorstellen können, wie das Gebäude später einmal aussehen wird.

Nach erzielter Einigkeit mit dem Bauherren hat der Planer auch den ersten Kontakt mit den Baubehörden aufzunehmen, um die rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen. Weiterhin sind erste Kostenschätzungen, die zur Beantragung der Baufinanzierung erforderlich sind, zu erarbeiten.

Bau(vor)anfrage

Eine Bauvoranfrage ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Sie bietet dem Bauherren aber Sicherheit, wenn bestimmte Unklarheiten über die Bebaubarkeit des Grundstücks herrschen. Das ist in der Regel immer der Fall, wenn es für das Baugrundstück keinen qualifizierten Bebauungsplan gibt. Die zuständige Baubehörde erlässt dann einen verbindlichen Bauvorbescheid, der allerdings nicht die Baugenehmigung ersetzt. Mit dem Bau kann erst begonnen werden, wenn die Baugenehmigung vorliegt. Der Bauvorbescheid gibt dem Bauherren die notwendige Planungssicherheit für die weiteren Planungsschritte.

Entwurfsplanung

Mit der Entwurfsplanung nimmt der Hausbau Gestalt an. Gemäß der HOAI (§ 15 Abs.2 und 3) umfasst die Leistungsphase der Entwurfsplanung die Erarbeitung einer zeichnerischen Lösung des Planungskonzeptes unter Berücksichtigung städtebaulicher, gestalterischer, funktionaler, technischer, bauphysikalischer, wirtschaftlicher und energiewirtschaftlicher Anforderungen. Dazu gehört auch eine zeichnerische Darstellung der Gesamtplanung mit den maßstabgerechten Entwurfszeichnungen. Diese sind bei Gebäuden im Maßstab 1:100 und bei Innenräumen mindestens im Maßstab 1:50 anzufertigen. Im Rahmen der Entwurfsplanung muss auch die Abstimmung mit den Baubehörden und die Budgetkontrolle mittels Vergleich der Kostenberechnung mit der vorherigen Kostenschätzung Raum einnehmen.

Genehmigungsplanung

Im Rahmen der Tätigkeiten für die Genehmigungsplanung hat der Planer die Planungsunterlagen nach den baurechtlichen Vorschriften so zu fertigen, dass sie den rechtlichen Vorschriften für die erforderlichen Genehmigungen oder Zustimmungen gerecht werden. Diese Genehmigungsplanung muss vom Planer so gestaltet werden, dass letztendlich auch die Baugenehmigung erteilt wird. Die Planung wird daher in einem Bauantrag zusammengefasst.
Der Bauantrag umfasst zumindest folgende Positionen:

  • Bauantragsformular
  • Grundrisse, Ansichten, Schnitte im Maßstab 1:100
  • Flächenberechnung
  • Wohnflächenberechnung
  • Baubeschreibung
  • Wärmeschutznachweis
  • Statische Berechnung
  • amtlicher Lageplan

Weitere Unterlagen können von der Bauaufsichtsbehörde angefordert werden.

Ausführungsplanung

Mit der Ausführungsplanung beginnt der letzte Schritt der Bauplanung. Hierfür hat der Planer die zeichnerische Darstellung des Bauprojektes mit allen für die Ausführung notwendigen Einzelangaben, wie den endgültigen und vollständigen Ausführungs-, Detail- und Konstruktionszeichnungen im Maßstab 1 : 50, sowie Bepflanzungspläne, mit den erforderlichen textlichen Ausführungen anzufertigen. Falls andere Fachplaner beteiligt werden müssen,  sind für diese die Grundlagen zu erarbeiten und die erstellten Lösungen in die Ausführungsplanung zu integrieren.

Die Ausführungsplanung endet mit der Erstellung eines Satzes Pläne, die dann zum Bau freigegeben werden können.

Bildquelle: pixelio.de / Q.pictures

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