In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg musste viel improvisiert und sehr viel organisiert werden. Es gab nur wenig Material zu kaufen und von den Baumärkten unserer Zeit war natürlich weit und breit noch nichts zu sehen. Doch es gab es auch damals schon (zwangsläufig) viele Heimwerker. Erst Ende der 1950er Jahre begann eine do it yourself (engl. Mache es selbst) Geschichte in Deutschland. Aufgrund des deutschen Wirtschaftswunders und der ersten neuen Häuser und vor allem Wohnungen erlebten die neuen Bundesbürger ein Wertegefühl für die eigenen vier Wände. Dort sollte dann natürlich auch alles schön und praktisch sein. Auch die Freizeit verbrachten die meisten Bundesbürger gern zu Hause.
Langsam begann dann neben dem Sparen und sich etwas leisten können auch der Wunsch nach der Verschönerung oder Verbesserung innerhalb der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses.

Dank der vielen Aufbauprogramme, gerade auch im Wohnungsbausektor, entspannte sich die teilweise extreme Wohnsituation allmählich und es gab wieder Platz in den eigenen vier Wänden. Das hatte zur Folge, dass sich die Freizeit von vielen Deutschen meist zu Hause abspielte. Dieses Zuhause sollte natürlich der Ort zum Wohlfühlen, Beisammensein und zusammen leben sein; und dieses Zuhause sollte so schön wie möglich gestaltet werden. Das familiäre Zusammensein umfasste das gemeinsame Radiohören, das aufkommende Fernsehen und natürlich, wie eh und je, das Feiern mit Freunden und Verwandten.

Heimwerker

Die zaghaften Anfänge des Heimwerkens

Es begann die Zeit der Budgetierung. Neben dem Zurücklegen von Geldmitteln für Urlaub oder notwendige Investitionen begann man auch, die Wohnungen zu verschönern und den Wohnkomfort zu steigern. Die Möglichkeiten des Ratenkaufes (damals außerordentlich populär) boten zudem viele Möglichkeiten, es sich schöner zu gestalten. Nue Möbel und Luxusgüter wie etwa Kühlschränke und Fernseher standen ganz oben auf der Skala. Aber nicht immer reichte das Geld für solche Anschaffungen und die ersten Heimwerker, die darauf trotzdem nicht verzichten wollten, begannen, selbst Renovierungen und, wenn möglich, Neuanschaffungen selbst zu gestalten. Das Tapezieren beispielsweise war wohl der bedeutendste „Zweig“ der ersten Heimwerkertätigkeiten.

Die ersten Gewerke

Wer wollte schon sein hart verdientes Geld in professionelle Handwerkerhände legen, um tapezieren zu lassen oder um Fliesen legen zu lassen. Der Slogan: Mit Selbermachen Geld sparen, war sehr verbreitet und wurde von immer mehr Wohnungs- und Hausbesitzern angewandt. Das brachte auch die ersten Zeitschriften und Magazine auf den Markt, die sich mit diesem Gedanken befassten. Dort konnte man fortan finden, wie man alte Möbel modernisierte, wie man tapeziert, Fliesen verlegt und einfache sanitäre oder elektrische Arbeiten verrichten sollte. Durch die sach- und fachgerechten Anleitungen in den Heften, die für viele Menschen das tägliche Leben komfortabler und stolzer machten, erfuhren diese Hefte und Magazine einen ungeahnten Zuspruch. So gibt es in vielen Museen (z.B. Spielzeugmuseum, Heimatkundemuseum vieler Städte und Gemeinden) und Ausstellungen heute noch die alten Magazine und Zeitschriften. Dort ist dann auch die gesamte Geschichte der Heimwerker nachzulesen.

Fazit

Auch der kühnste Heimwerker hätte wohl nie daran gedacht, dass 50 Jahre später mehr als 20 Milliarden Umsatz mit Heimwerkerartikeln erzielt werden würde. Damit ist das Heimwerken eine der vielen Erfolgsgeschichten in Deutschland.

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