Wenn es draußen kalt und unangenehm nass ist, beginnt die Heizsaison. Es ist nur allzu verständlich, dass sich die meisten Menschen während der warmen Monate keine Gedanken über ihre Heizkörper machen. Sobald die Temperaturen fallen, soll die Heizung aber schleunigst ihren Dienst antreten. Werden die Heizkörper dann bei der ersten Inbetriebnahme nicht warm, gluckern und geben seltsame Fließgeräusche von sich, müssen Sie nicht gleich einen Heizungsmonteur anrufen. Meistens lässt sich das Problem im Handumdrehen beheben, indem Sie die Heizung entlüften.

Warum sollte man die Heizung entlüften?

Mit Beginn der Heizperiode sollten Sie jeden Heizkörper in Ihrem Wohnraum einmal komplett aufdrehen. Entstehen bei der Inbetriebnahme gluckernde Geräusche oder wird ein Heizkörper nur zur Hälfte warm, ist dies ein Zeichen für Luft im Heizkreislauf und Sie sollten Ihre Heizung entlüften.

Jede Heizung ist in ein zusammenhängendes Kreislaufsystem eingebunden. In der Regel befindet sich im Keller eines Hauses ein Heizkessel, in dem Wasser erhitzt und in die angebunden Heizkörper verteilt wird, sobald man den Thermostat aufdreht. Befindet sich Luft in diesem Heizkreislauf, schiebt das heiße Wasser diese durch die Rohre bis hin zum letztmöglichen Punkt, also meist einen Heizkörper. Die Luft hindert dann an dieser Stelle das Wasser am Durchfließen des Heizkörpers.

Wird ein Heizkörper nur zur Hälfte warm, entstehen zusätzliche Kosten, weil mehr Energie benötigt wird, um die gewünschte Leistung, also Temperatur, zu erzielen. Wenn Sie Ihre Heizung entlüften, sorgen Sie entsprechend gleichzeitig für eine Energie- und Kostenersparnis.

Hilfsmittel zum Heizung entlüften

Wenn Sie Ihre Heizung entlüften möchten, benötigen Sie nur die folgenden drei Hilfsmittel:

1. Vierkantschlüssel
2. Auffangbehälter
3. Putzlappen

Bei Standardheizkörpern befindet sich das Entlüftungsventil auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. Das heiße Wasser fließt auf der Seite des Thermostats ein, auf der anderen Seite, die bei Luft im Heizkreislauf meist kühl bleibt, finden Sie das Ablassventil. In der Regel benötigen Sie einen Vierkantschlüssel zum Öffnen dieses Ventils. Bei einigen Heizkörpern genügt ein Schlitzschraubendreher. Wenn Sie einen Handtuchheizkörper entlüften möchten, finden Sie das Ventil oben auf der Rückseite der Heizung.

Als Auffangbehälter für das austretende Wasser können Sie ein Glas, einen Becher , eine Tasse oder eine kleine Schüssel oder Schale nutzen. Den Putzlappen benötigen Sie, falls es beim Austreten des Wassers durch den Druck im Heizkörper etwas spritzt und Wasser daneben geht.

Schritt für Schritt die Heizung entlüften

Schritt 1: Wenn Sie Eigenheimbesitzer sind, schalten Sie die Umwälzpumpe an Ihrer Heizungsanlage aus. In Mietwohnungen mit einer Zentralheizung schalten Sie, wenn möglich, den Heizkreislauf ab. Warten Sie anschließend etwa 30, besser 60 Minuten. In dieser Zeit sammeln sich die Luftbläschen aus dem Heizkreislauf im Heizkörper.

Schritt 2: Drehen Sie alle Heizkörper am Thermostat auf die höchste Stufe.

Schritt 3: Wickeln Sie Ihren Putzlappen um das Entlüftungsventil oder legen Sie ihn auf den Boden unter das Ventil.

Schritt 4: Drehen Sie das Ventil mit dem Vierkantschlüssel gegen den Uhrzeigersinn vorsichtig auf. Meist genügt eine halbe Drehung. Halten Sie mit der freien Hand Ihren Auffangbehältnis bereit. Ablassventile verfügen über eine kleine Öffnung, aus denen beim Öffnen die Luft entweicht.

Vorsicht: Die herausströmende Luft kann sehr heiß sein und heiße Wassertröpfchen können unter Druck aus dem Ventil spritzen. Strecken Sie als beim Drehen des Ventils die Arme aus und halten Sie mit dem Gesicht den nötigen Abstand.

Schritt 5: Beim Aufdrehen des Ventils hören Sie in der Regel zischende und gluckernde Geräusche, bis schließlich Wasser austritt. Nach kurzer Zeit entweicht ein konstanter Wasserstrahl aus der Öffnung. Jetzt können Sie das Ventil in Richtung Uhrzeigersinn wieder zudrehen.

Schritt 6: Führen Sie diese fünf Arbeitsschritte nun an all Ihren Heizkörpern durch. Vergessen Sie nicht, im Anschluss Ihre Umwälzpumpe wieder einzuschalten.

Ein Tipp zum Schluss: Hausbesitzer sollten nach dem Heizung entlüften den Druck der Heizungsanlage überprüfen. Meist ist der ideale Wert am Manometer farblich dargestellt. Als Faustregel gilt: Zehn Meter Wassersäule benötigen Druck von einem bar. Entsprechend wären für ein acht Meter hohes Haus 0,8 bar ideal. Wenn der Druck zu niedrig ist, füllen Sie Wasser im Heizkessel nach. Wenn Sie unsicher sind, kontaktieren Sie Ihren Heizungsinstallateur, der Ihnen auch gerne weiterhilft, wenn das Heizung entlüften nicht den gewünschten Erfolg brachte und möglicherweise eine Modernisierung der Heizungsanlage nötig wird.

Beitragsbild: Uli Carthäuser / pixelio.de

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