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Feuer und Flamme fürs Energiesparen

Gerade Besitzer älterer Häuser kennen das: Das Alter der Heizungsanlage ist längst zweistellig und geht womöglich in das dritte Jahrzehnt. Das bedeutet: Eine Heizungsmodernisierung steht an – komplett oder mindestens in Teilen. Wir erklären, was möglich und nötig ist.

Heizungsmodernisierung meistens nach 15 Jahren fällig

Aufgrund ihres schlechtes Wirkungsgrades und häufig hohen Stromverbrauchs sollten Hausbesitzer ihre Heizungssysteme in der Regel nach rund 15 Jahren modernisieren. Fragen Sie einfach einen Fachmann, der Ihre Heizung von A bis Z durchcheckt und Ihnen verschiedene Vorschläge zur Heizungsmodernisierung macht.

Besonders Öl- und Gasheizkessel sind meist nach dieser Zeit besonders reparaturanfällig, liefern nicht mehr die optimale Wirkung und können die vorgeschriebenen Abgaswerte überschreiten. Das belastet die Umwelt und kostet den Hausbesitzer zusätzlich Geld. Eine Teilmodernisierung amortisiert sich in den allermeisten Fällen bereits nach wenigen Jahren: Beispielsweise sind Investition und Aufwand beim Einbau einer neuen Heizungspumpe überschaubar.

Auch die Anschaffung einer Pelletheizung oder ein Austausch des alten Kessels gegen ein System mit Brennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie sind eine gute Investition in die energetische Zukunft.

Teilmodernisierung: Neue Heizungspumpe

Traurig, aber wahr: Viele alte Heizungspumpen laufen die ganze Zeit voll durch – gleichgültig, ob sie benötigt werden oder nicht. Logisch, dass dies durch den Strom, den die Pumpe benötigt, Geld und Energie verschwendet.

Eine neue, geregelte Pumpe für die alte Heizung schaltet sich ein, wenn sie gebraucht wird. Der Effekt ist erstaunlich: Während ungeregelte Heizungspumpen jährlich 500 bis 800 kWh Strom verbrauchen, begnügen sich moderne Hocheffizienzpumpen mit sparsamen 75 kWh im Jahr. Eine Hocheffizienzpumpe reduziert den Stromverbrauch somit um bis zu 90 Prozent.

Teilmodernisierung: Hydraulischer Abgleich

Ein leidiges Thema in Häusern mit alten Heizungen: In Räumen, die weit vom Heizkessel entfernt sind, muss man die Heizung stärker aufdrehen. Der Grund: Diese Räume werden mit weniger Wasser versorgt. Hier hilft auf jeden Fall ein sogenannter „hydraulischer Abgleich“. Entsprechende Umbauten zur Heizungsmodernisierung helfen, die Wärme gleichmäßig auf die Räume zu verteilen. Das kann bereits bis zu zehn Prozent der fürs Heizen benötigten Energie einsparen.

Komplettmodernisierung: Brennwertgeräte

Ist es beispielsweise mit einem Austausch der Pumpe nicht getan, muss unter Umständen auch der Kessel ersetzt werden. Seit den 1990er Jahren ist die Brennwerttechnik Stand der Technik. Moderne Öl- und Gas-Brennwertkessel sind besonders energieeffizient, denn sie nutzen die Wärme, die bei der Verbrennung entsteht und bei der Kondensation, also beim Verflüssigen des Wasserdampfs, freigesetzt wird.

Hier verpufft also keine Energie ungenutzt durch den Schornstein wie bei herkömmlichen Kesseln. Dadurch erzielen Brennstoffsysteme Wirkungsgrade von fast 100 Prozent. Kombiniert man die moderne Heizungsanlage im Keller noch mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach, kann die fürs Heizen benötigte Energie so um 30 bis 40 Prozent reduziert werden.

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Abb. 1: Moderne Brennstoffkessel können sogar wahlweise mit Öl oder Gas betrieben werden – mit einem Zweistoffbrenner sogar in Kombination (Quelle: Buderus)

Komplettmodernisierung: Pelletheizung

Nach der Freigabe der Holzpellet-Verwendung im Jahre 1997 wuchs die Beliebtheit von Pelletheizungen in den Folgejahren rapide. Im Vergleich mit Brennwertgeräten haben diese zwar einen leicht höheren Anschaffungspreis, jedoch sind die Brennstoffkosten in der Regel kleiner. Nutzer sollten auf jeden Fall bedenken, dass geeigneter Stauraum für die Holzpellets vorhanden sein muss.

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Abb. 2: Pellet-Systeme können als Einzel-Öfen und im Rahmen von Zentralheizungen eingesetzt werden (Quelle: Vaillant)

Komplettmodernisierung: Wärmepumpen

Wärmepumpenheizungen sind beim Thema Heizungsmordernisierung heute kaum mehr wegzudenken. Wärmequellen für Wärmepumpen sind Wasser, feuchtes Erdreich oder feuchte Luft. Je nach den örtlichen Bedingungen können Hausbesitzer entscheiden, auf welchen Wärmepumpentyp man setzt.

Überlegenswert ist in jedem Fall die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage. Denn der Strom, den die Wärmepumpe zum Betrieb benötigt, kann dann auch auf dem Dach selbst erzeugt werden.

Fazit

Hausbesitzer sollten sich vor einer Maßnahme zur Heizungsmodernisierung in jedem Fall von einem Fachmann beraten lassen. Erst dann ist es sinnvoll, auf eine Teilmodernisierung oder aber einen Austausch des alten Kessels oder Systems zu setzen. Nicht immer ist die Komplettmodernisierung nötig und sinnvoll.

Was man auf jeden Fall im Auge haben muss, ist die Abstimmung mit den Gegebenheiten vor Ort sowie die Höhe der Investition. Denn auch der Staat bietet in der Regel auch noch einen kräftigen Zuschuss: Hausbesitzer sollten sich nach den verschiedenen Fördermöglichkeiten erkundigen. So kann man sich leicht für eine Heizungsmodernisierung erwärmen.

Nützliche Links:
www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/
www.heizsparer.de
www.intelligent-heizen.info

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