Ein saftig grüner Rasen ist ein echter Hingucker in jedem Garten. Besonders im Frühjahr, wenn Schnee und Eis den Rückzug antreten, wird es Zeit, sich um den heimischen Rasen zu kümmern. Was viele Gartenbesitzer nicht wissen: Auch ein Rasen muss ab und zu gedüngt werden, denn die feinen Rasenpflanzen benötigen neben ausreichend Wasser essentielle Nährstoffe. Wer die Rasenpflege zu lange vernachlässigt hat, erntet spätestens im Frühling das unschöne Ergebnis. Der Rasen ist lückenhaft und von Moos und anderen Unkräutern verdrängt worden. Wenn das Vertikutieren nicht mehr hilft, sollten Gartenbesitzer ihren Rasen neu anlegen. Lesen Sie hier, worauf zu achten ist.

Die Wahl der passenden Rasensaat

Rasen ist gleich Rasen? Von wegen! Bereits bei der Auswahl der Rasensaat ist die Mischung für die zukünftige Nutzung entscheidend. Wenn Sie Ihren Rasen neu anlegen, sollten Sie vorher überlegen, was Ihr zukünftiger Rasen „können“ soll.

Haben Sie Kinder und Haustiere, die im Sommer gerne auf dem Rasen spielen und toben, wählen Sie eine strapazierfähige Mischung an Rasenpflanzen. Einige Hersteller weisen solche Mischungen als „Strapazierrasen“ oder auch „American Green“ aus. Diese Saaten enthalten robuste Pflanzen, wie beispielsweise den Rohrschwingel. Der Rohrschwingel kommt mit wenig Wasser aus, die Saat keimt rasch und ist auch für schattige Bereiche und Hanglagen im Garten bestens geeignet.

Sport- und Spielrasen

Wer den Rasen ausschließlich als Farbtupfer in seinem Garten wünscht, der keinen größeren Strapazen ausgesetzt werden soll, kann auf Sorten mit der Bezeichnung „Zierrasen“ zurückgreifen. Diese Rasensaaten setzen sich aus feinblättrigen Pflanzen zusammen, die besonders dicht wachsen und den Eindruck eines Teppichs erwecken.

Inzwischen gibt es für jedes Bedürfnis die passende Saatenmischung. „Schattenrasen“, „Sport- und Spielrasen“, „Gebrauchsrasen“ oder sogar „Parkplatzrasen“ sind die meistgekauften Rasensaaten im deutschen Handel. Damit Sie auch lange Freude an Ihrem Rasen haben, sollten Sie auf das Siegel „Regel-Saatgut-Mischung“, kurz RSM achten. Dieses Saatgut erfüllt alle Kriterien bezüglich Reinheit und Mindestkeimfähigkeit.

Schritt für Schritt den Rasen neu anlegen

Wer einen Rasen neu anlegen möchte, sollte zunächst auf den passenden Zeitpunkt achten. Ein Rasen wird am besten im Frühling neu angelegt, wenn die nächtliche Temperatur nicht mehr unter den Gefrierpunkt fällt und die Tage trocken, aber nicht zu heiß sind. Die Monate April und Mai sind meistens die ideale Zeit, um einen Rasen neu anzulegen. Je nach Wetter eignet sich manchmal auch noch der Juni oder später im Jahr der September.

Schritt 1: Boden auflockern

Im ersten Schritt wird die gesamte Fläche mit einem Spaten aufgelockert, etwa ein bis zwei Spatenstiche tief. Entfernen Sie abgestorbene Wurzeln, Unkraut und Steine. Damit die Rasensaat die idealen Bedingungen zum Keimen erhält, lockern Sie den Boden anschließend mit einer Harke. So verbleibt Luft im Boden und die Fläche speichert später die nötige Feuchtigkeit besser.

Schritt 2: Boden plattieren

Nun wird die Fläche mit einer Rasenwalze plattiert. Eine solche Rasenwalze erhalten Sie im Baumarkt. Das Plattieren dient der Einebnung des Bodens und sorgt dafür, dass Sie eine gerade und ebene Fläche erhalten. Harken Sie im Anschluss daran die Fläche etwa zwei bis drei Zentimeter tief mit einer Harke auf.

Schritt 3: Kalken und düngen

Mit einem ph-Bodentest, den Sie in jedem Baumarkt erhalten, testen Sie den ph-Wert des Bodens. Liegt dieser Wert unter 5,5 sollten Sie Kalk auf der gesamten Fläche ausbringen, damit Ihr Rasen nach der Aussaat ideal auskeimt. Je nach Hersteller sind etwa 150 Gramm Kalk pro Quadratmeter empfohlen. Zusätzlich zum Kalken können Sie zu diesem Zeitpunkt auch einen Dünger ausbringen. Nach dem Düngen und Kalken sollte die Fläche feucht gehalten und mindestens eine Ruhezeit von einer Woche eingehalten werden.

Schritt 4: Rasensaat ausbringen

Jetzt wird es Zeit, Ihre Rasensaat einzusäen. Beachten Sie dabei die Empfehlungen des Hersteller bezüglich der Menge der Rasensaat. Harken Sie zunächst die gesamte Fläche an der Oberfläche ein wenig auf. Anschließend beginnen Sie mit der Aussaat. Sie können die Saat natürlich mit der Hand ausstreuen, allerdings ist es besonders wichtig, auf eine gleichmäßige Verteilung der feinen Saat zu achten.

Im Baumarkt erhalten Sie für die Aussaat auch einen praktischen Handstreuer. Für größere Flächen sind Streuwagen geeignet, mit denen man die Fläche idealerweise einmal längs und einmal quer abfährt. Nach dem Säen sollten Sie den Boden nochmals mit der Harke leicht aufarbeiten und anschließend mit der Rasenwalze plattieren.

Schritt 5: Wässern

Nun haben Sie es fast geschafft. Damit sich die Keimlinge im Boden rasch entwickeln, müssen Sie die Fläche jetzt nur noch bewässern. Achten Sie beim Wässern darauf, dass Sie nicht zu stark und punktiert vorgehen, weil die feinen Rasensamen schnell weggespült werden können. Hier eignet sich eine Gießkanne mit einem Gießkopf größeren Durchmessers oder auch ein Rasensprenger.

Rasen wässern

Wichtig ist, dass die Keimlinge nicht austrocknen. Wässern Sie Ihre Rasenfläche am besten morgens und abends, aber niemals bei direkter starker Sonneneinstrahlung wie beispielsweise in der Mittagszeit! Dies könnte dazu führen, dass die feinen Pflanzen unter der Erde verbrennen und sich der Rasen lückenhaft entwickelt.

Unterschiedliche Faktoren beeinflussen das Wachstum Ihres Rasens. Je nach Temperatur und generell dem Wetter, der Rasensorte und der Bodenqualität entdecken Sie bestimmt nach spätestens zwei Wochen die ersten feinen Grashalme. Haben Sie ein wenig Geduld, sobald sich die ersten Pflanzen den Weg an die Oberfläche erkämpft haben, dauert es nicht lange und die gesamte Rasenfläche wird in ein leichtes Grün getaucht.

Zum ersten Mal Rasenmähen können Sie, wenn die einzelnen Halme etwa sechs bis acht Zentimeter hoch gewachsen sind. Kürzen Sie Ihren Rasen am Anfang nicht zu tief. Vier bis fünf Zentimeter sind in den ersten Wochen eine gute Länge der noch jungen Pflanzen.

Rasenmähen

Und nicht vergessen: Auch ein Rasen benötigt nach heißen Sommertagen ausreichend Bewässerung! Und gönnen Sie Ihrem Rasen ab und zu auch mal eine kleine Kur in Form eines Düngers. Dann haben Sie viele Jahre Freude an Ihrem grünen Hingucker im Garten.

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