Mit dem Spätherbst beginnt die Heizsaison. Je nach persönlichem Kälteempfinden und Außentemperatur aktivieren manche ihre Heizungen bereits im Oktober. Hält der Winter lange an, kann diese Heizperiode schon mal bis in den April hineinreichen, womit die Heizung dann mehr als die Hälfte des Jahres in Betrieb ist. So verwundert es nicht, dass gut zwei Drittel des jährlichen Gesamtverbrauchs an Energie im Haushalt auf die Heizung entfallen. Wie Sie richtig heizen und dabei bares Geld sparen, lesen Sie hier in drei hilfreichen Tipps.

Richtig heizen: Richtwerte für Raumtemperaturen

Natürlich ist das persönliche Kälteempfinden individuell verschieden. Ältere Menschen frieren beispielsweise meist schneller als jüngere. Und doch gibt es einige Richtwerte, die für die einzelnen Räume einer Wohnung oder auch eines Hauses zumindest in Betracht gezogen werden und individuell angepasst werden können. Denn eine hohe Raumtemperatur von 25 Grad und mehr muss nicht automatisch das Wohlbefinden fördern. Warme Heizungsluft bedeutet auch immer trockene Luft, und die kann die Schleimhäute reizen und langfristig die Erkältungsanfälligkeit fördern.

Raumtemperatur

Bei den meisten Menschen dient das Wohnzimmer als Aufenthaltsort, bei manchen aber auch die Küche. Als Richtwert gelten für solche Aufenthaltsräume etwa 20 Grad. Im Badezimmer werden zwei Grad mehr von vielen als angenehm empfunden. Im Schlafzimmer hingegen genügen maximal 18 Grad. Ideal ist eine Minimaltemperatur von 15 Grad in jedem Wohnraum. Unter 12 Grad ist gerade bei Außentemperaturen im Minusbereich nicht empfehlenswert, weil viel Energie benötigt wird, um die Temperatur wieder auf „Normalmaß“ zu bringen.

Wer richtig heizen möchte, sollte auch seine Bekleidung anpassen. Auch in den heimischen vier Wänden sind ein Unterhemd und ein dickes Paar Socken sinnvoll. Abends vor dem Fernseher ist die Kuscheldecke hilfreich. Natürlich muss niemand in seinem eigenem Zuhause frieren und doch sollte man sich bewusst machen, dass jedes Grad weniger etwa sechs Prozent Heizkosten spart.

Richtig lüften: Dauerkippen oder Stoßlüften?

Richtig heizen bedeutet auch richtig lüften. Dabei ist es keine Mentalitätsfrage, ob Stoßlüften oder die Fenster auf Kipp stellen effektiver ist. Die Erklärung ist ganz einfach: Beim Kippen der Fenster strömt kalte Luft von außen rund um die Fensterfläche am Mauerwerk vorbei ins Rauminnere. Der Kippspalt ist meist nicht besonders groß, so dass der Luftaustausch entsprechend gering ist und der Bereich rund um die Fenster trotzdem kalt und im schlimmsten Fall auch feucht wird.

Noch schlimmer: Die Heizung unter dem Fenster weiter laufen lassen, während das Fenster auf Kipp steht. Die kalte Luft von außen „fällt“ direkt auf den Heizkörper (kalte Luft ist schwerer als warme). Das Thermostat misst möglicherweise sogar Minusgrade und die Heizung powert dann mit voller Leistung und entsprechendem Energieverbrauch.

richtig lüften

Wer richtig heizen und lüften will, dreht die Heizung vor dem Lüften ab und öffnet dann das Fenster vollständig. Im Idealfall wird quer gelüftet, also zwei gegenüberliegende Fenster werden gleichzeitig geöffnet. So wird in kürzester Zeit ein vollständiger Luftaustausch erreicht, womit auch die Luftfeuchtigkeit reguliert wird. Bereits drei Minuten Zähne zusammenbeißen und Stoßlüften bringen merklich einen Effekt. Übrigens erwärmt sich die kalte und trockene Luft von draußen wesentlich schneller als feuchte Luft im Inneren des Raumes. So wird es nach dem Stoßlüften rasch wieder wohlig warm – Thermostat wieder aufdrehen nicht vergessen!

Heizkörper frei halten

Je nach Einrichtung kann es schon vorkommen, dass ein Möbel, häufig das Sofa, direkt vor dem Heizkörper steht. Damit wird der Energieverbrauch jedoch unnötig in die Höhe getrieben, denn die warme Heizungsluft braucht viel länger, um sich im gesamten Raum zu verteilen. Im Winter sollten Möbelstücke entsprechend so weit es geht abgerückt werden. Auch lange Gardinen und Dekoschals hindern die Zirkulation der Heizungsluft.

Überdies ist es keine gute Idee, seine Wäsche auf dem Heizkörper zu trocknen. Auch leichte Wäschestücke hindern die Wärmezirkulation und treiben den Energieverbrauch in die Höhe. Die Feuchtigkeit aus der Wäsche kann außerdem die Schimmelbildung fördern.

Natürlich spielen auch die Heizungsart an sich sowie die Dämmung der Fenster und der Heizung selbst eine Rolle. Als Mieter haben Sie auf solche Faktoren jedoch meist wenig Einfluss und können bereits mit diesen drei einfachen Tipps energiesparend und effektiv richtig heizen.

Übrigens: Mit unserer kleinen Bauanleitung für einen Teelichtofen können Sie eine zusätzliche kleine Heizung für Ihr Wohnzimmer basteln, die nicht nur für wohlige Wärme sorgt, sondern dank individueller Gestaltungsmöglichkeiten auch für ein besonderes Extra an Gemütlichkeit sorgt.

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