Eine der aufwändigsten und schwierigsten Arbeiten für den Heimwerker ist die Fassadenrenovierung bei Putzhäusern. Denn wenn alles geschafft und neu gestrichen ist, verschmutzen die Fassaden schell wieder. Dies gilt vor allem für kräftige und helle Farben. Nun verspricht die Industrie seit langem eine selbstreinigende Farbe, die „high tech Nano Farbe“. Was hat es nun auf sich mit dieser Farbe und wie verwendet man sie? Wann ist es für den Heimwerker sinnvoll solch eine Farbe zu verwenden?

Nach den Aussagen der Hersteller gewährleisten solche Farben nicht nur, dass die Farben nicht so leicht verschmutzen, sondern auch, dass die Farben nicht so schnell ausbleichen. Auch Pilze, Moose und Bakterien oder Algen sollen sich nicht mehr so leicht festsetzen können. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine wesentlich längere Lebensdauer und eine wesentlich leichtere Pflege und Wartung ermöglicht wird.

Fassadenrenovierung

Der sogenannte Lotuseffekt

Bereits seit mehr als 15 Jahren wirbt die Industrie mit Farben, die den sogenannten Lotuseffekt beinhalten. Was ist das eigentlich? Die Oberfläche der Lotusblüten haben eine Struktur, die Schmutz und Nässe abweist, es kann sich also erst gar nicht etwas festsetzen. Hierbei wird die Oberflächenspannung auf der Fassade beispielsweise eines Hauses unter Hilfenahme von Chemikalien so weit erhöht, dass ein Wasserabweisungseffekt eintritt. Das Wasser perlt sofort ab.
Allerdings sind das auch heute noch eher theoretische Aussagen, da der Regen in der Praxis eben nicht gleichmäßig und mit gleicher Intensität genau zentral auf eine Außenhaut oder Fassade fällt. Das hat zur Folge, dass die Benetzung durch Regenwasser unregelmäßig und nicht flächendeckend erfolgt.

Eine Lotusblüte erneuert ihre genial erschaffene Oberfläche aber immer wieder, wenn diese angegriffen oder sogar zerstört wird. Das kann natürlich an einer Fassade so nicht passieren. Die Folge ist, dass eine mit high tech Farben gestrichene Fassade schon nach relativ kurzer Zeit wieder verschmutzen kann.

Als Ergebnis bleiben so oftmals helle und auch schmutzige Stellen an der Außenwand und das sieht nicht gerade schön oder professionell aus.

Der sogenannte Käfereffekt

Aber die Heimwerker, die so etwas verwenden wollen, können aufatmen. Auf Messen und Ausstellungen wirbt die Industrie zunehmend mit Farben, die auf dem Käfereffekt basieren. Gemeint ist damit eine äußerst wasserabweisende Farbe, die die besondere biologische Eigenart des Nebeltrinker-Käfers imitiert.

Diese Käfer leben in der sehr trockenen Namibiwüste in der Küstenregion von Westafrika. Der Käfer sammelt auf seinem Rückenpanzer den alltäglichen anfallenden Morgentau. Damit er an das auf seinem Rücken gesammelte Wasser kommt, geht er in einen Kopfstand, so dass ihm das gesammelte Wasser direkt ins Maul läuft. Die dafür notwendige mikrostrukturierte Oberfläche seines Panzers wurde von Wissenschaftlern erforscht und nachgebildet und auf dieser Basis wurde eine Farbe entwickelt, die die besondere feuchtigkeitsabweisende Eigenschaft fast perfekt nachahmt.

Da das Fraunhofer-Institut LBF in Darmstadt die Wirksamkeit dieses Effektes bestätigt hat, sind solche Farben nunmehr im Verkauf. Allerdings hat sich der Preis ebenfalls „gewaschen“. Immerhin muss man für einen 5-Liter-Eimer so um die 100 € berappen.

Es bleibt abzuwarten, ob dieser Effekt wesentlich länger hält als der Lotuseffekt.

Bildquelle: pixelio / Hartmut910

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