Laut einer Statistik, die von der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. veröffentlicht wurde, gab es im Jahre 2014 insgesamt 188 tödliche Unfälle von Kindern, 197.660 verletzte Kinder mit Krankenhausaufenthalt und rund 1.700.000 ärztlich behandelte Kinder nach einem Unfall. Der Trend bei den Kindern bis zu einem Jahr und bei den Kindern zwischen einem und vier Jahren ist dabei seit dem Jahr 2002 permanent zunehmend. Eine große Zahl dieser Unfälle, speziell wenn kleine Kinder im Haus sind, passiert im Haushalt.

Kindgerecht wohnen muss daher bedeuten, die möglichen Unfallgefahren im Haushalt zu beseitigen, denn im Haushalt lauern überall Risiken, an die man als Erwachsener nicht denkt. Ein elektrischer Wasserkocher (eine der häufigsten Unfallursachen), Elektro- und Gasherd, Schränke, Badewanne, Fenster und Treppen müssen individuell abgesichert werden. Daneben sind aber auch Gegenstände die zur Babyausstattung gehören, wie z.B. Wickeltisch, Kinderbett, Hochstuhl und / oder Möbel, wie Elternbett, Couch und Tische häufig Ursprung für Unfälle von und mit Kindern.

Die Ursache von Verbrennungen bei kleinen Kindern ist am häufigsten eine Verbrühung mit heißem Tee, Kaffee oder heißem Wasser. Als typische Unfallsituation wurde dabei festgestellt, dass kleine Kinder in der Küche den Wasserkocher am Kabel herunterreißen.

Welche Sicherheitsmaßnahmen können eingesetzt werden?

Kindersicherungen machen das Alltagsleben mit Kindern sicherer und für die Eltern sorgloser. Folgende Problemstellungen und Lösungen sind denkbar:

Schutzgitter verhindern, dass die Kinder einer Treppe oder einem Fenster zu nahe kommen und hinunter- bzw. herausfallen. Der Fachhandel bietet verlängerbare Schutzgitter an, die sich in der Breite jedem Treppenaufgang, Fenster- oder Türrahmen anpassen.

Kindersicherungen für Schubladen verhindern das ungewollte Öffnen von Schubladen und schützen vor Unfällen. Eine Aufgabe, die jeder Heimwerker bewerkstelligen kann, denn mit wenigen Schrauben sind die Schubladenriegel montiert und verhindern, dass die Schublade bis zum Rand oder darüber hinaus ausgezogen werden kann.

Bettschutzgitter verhindern, dass Kinder aus dem Kinderbett fallen, und sind bestens geeignet, auch als Übergang zum „großen“ Bett der Heranwachsenden. Ein Bettschutzgitter ist einfach zu transportieren und daher auch ideal für Urlaubsreisen.

Kindersicherungen an Steckdosen verhindern, dass Kinder im Haus ihre Finger oder andere Gegenstände in die Steckdose stecken.

Schrankschlösser an Schränken mit risikobehafteten Inhalten können mit Magneten versehen werden oder auch verschraubt werden. Sie verhindern einen ungewollten Zugriff auf Putzmittel oder Medikamente.

Das Herdschutzgitter verhindert, dass kleine Kinder heiße Töpfe vom Herd reißen können. Je nach Umfang der Ausführung des Herdschutzgitters kann diese Kindersicherung gleichzeitig auch unterbinden, dass die Kinder den Drehregler für die Herdplatten bedienen.

Weitere wichtige Sicherheitsmaßnahmen sind Rauchmelder, Antirutsch-Matten, und Nachtlichter.

Über die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Die BAG informiert auf ihrer Webseite www.kindersicherheit.de über Kinderunfälle und deren Verhütung und gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus. Unterstützt durch u.a. das Bundesministerium für Gesundheit setzt sich die BAG dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen.

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