Schmuckbild Kaffee

Wie bei so vielen Dingen, wo es Schönes oder Nützliches in verschiedenen Ausführungen und mit unterschiedlichem Fassungsvermögen gibt, gilt auch bei einem Solaranlagen-Speicher: Es ist nicht so einfach, genau den richtigen Akku zu finden. Und was heißt das überhaupt? Schließlich gibt es Blei-Akkus, Lithium-Ionen-Akkus (von zig Herstellern) sowie viele, viele große und kleine Modelle. Hier erfahren Sie, was Geschmackssache ist und was nicht.

Welcher Tassentyp: Blei versus Lithium-Ionen

Obwohl es schon schwierig genug ist, bei der Planung einer Solaranlage alles richtig zu machen, muss man auch entscheiden, welchen Akku(-mulator)-Typ man möchte. Die Frage ist im Moment noch: Blei oder Lithium-Ionen – also alt gegen modern(er)?

Kurz gesagt, spielt es wirtschaftlich gesehen kaum eine Rolle. Die früher am häufigsten genutzten Blei-Akkus kosten in der Regel weniger, sind dafür aber beispielsweise wesentlich schwerer, haben einen kleineren Wirkungsgrad und weisen eine geringere Entladetiefe auf. Diese gibt an, wie weit man die Tasse Kaffee leer trinken kann, ohne dass das Gefäß Schaden nimmt.

Bei Blei-Akkus liegt die Entladetiefe in etwa bei 60 %, beim Lithium-Modell ca. 80 %. Letztendlich ist es (auch) eine Platzfrage, denn Bleibatterien brauchen wesentlich mehr Platz als Lithium-Akkus und sind um ein Vielfaches schwerer.

Vereinfacht gesagt: Blei-Akkus sind schwerer, nicht so effizient und halten nicht so lange, sind aber dafür (noch) günstiger. Lithium-Akkus sind leichter, haben einen höheren Wirkungsgrad, lassen sich tiefer und häufiger entladen, sind aber (noch) teurer.

Abb. 1 Bleibatterien
Abb. 1: Blei-Akkus: Schwer und nicht so langlebig, aber günstiger als Lithium-Ionen-Akkus (Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft)

Die richtige Tassengröße: Wie viel geht rein, wie groß ist der Durst?

Größer ist nicht automatisch besser. Es kommt, wie bei der Tasse, auf den Bedarf an. Wenn mit einer leistungsstarken Anlage (im Sommer) viel mehr Strom produziert werden kann als man benötigt, braucht man einen relativ großen Speicher. Wie gesagt, dies gilt aber immer nur dann, wenn die Anlage auch viel Solarstrom erzeugt.

Selbst dann stellt sich die Frage, ob ich an langen Sommertagen den Bedarf an so viel Solarstrom habe oder mein „Stromdurst“ gar nicht so groß ist. Beim Thema Produktion sieht es in den dunklen Monaten ganz anders aus. Denn dann wird man in der Regel den riesigen – und kostenintensiven – Speicher nie auch nur ansatzweise voll bekommen, weil dann auch der Eigenverbrauch unter anderem durch Heizung und Beleuchtung sehr viel höher ist.

Die Tasse für optimalen Genuss: Nur so viel speichern, wie man braucht

Generell kann die Anschaffung oder Einbeziehung eines Solarstrom-Speichers eine wirtschaftlich sinnvolle Investition sein. Ökologisch und energetisch sinnvoll ist sie in den meisten Fällen. Dabei ist die Größe des benötigten Solaranlagen-Speichers in Kilowattstunden (kWh) bei rationaler Betrachtung (und Berechnung) kleiner als gemeinhin angenommen.

So ist die optimale Größe des Speichers für eine vierköpfige Familie und einem Jahresverbrauch von etwa 4500 kWh in Verbindung mit einer 4 kWp-Solaranlage „nur“ 4 kWh. Dabei ist zu beachten: Die wichtigste Frage muss immer lauten: Was will ich mit dem Solaranlagen-Speicher? Geht es um Autarkie, also um Unabhängigkeit vom Stromversorger, variiert die Speichergröße mit sinkendem oder steigendem Autarkiewunsch.

Ein Beispiel: Peilt man eine Autarkiequote von 50 statt 60 % an, reicht auch ein Solaranlagen-Speicher von gut 3 kWh. Hier ist aber immer jede Solaranlage individuell zu betrachten und entsprechend die Speichergröße zu berechnen.

Abb. 2 PV-netzoptimierter_Betrieb_130124-G (2)
Abb. 2: Netzoptimierte Speicherung: Batterieladung zur Mittagszeit entlastet das Stromnetz (Quelle: Bundesverband der Solarwirtschaft)

Wann fülle ich die Tasse: Netzoptimiertes Speichern

Als nächstes stellt sich die Frage: Wann speichere ich am besten den erzeugten Strom? Hier sind auch die individuellen Verbrauchsgewohnheiten der Haushaltsmitglieder zu beachten. Generell war es in der Vergangenheit so, dass man den Solaranlagen-Speicher so früh wie möglich lud. Das Resultat war dann oft: Zur Mittagszeit, also der Zeit der größten Produktion, war der Speicher voll und man musste fast den ganzen Strom einspeisen.

Das ist wegen der sinkenden Einspeisevergütung nicht nur von Jahr zu Jahr immer weniger lukrativ, sondern auch eine Belastung für die Netze. Deswegen tendiert man dazu, die Beladung der Batterie – ja nach Kapazität des Akkus – erst am späten Vormittag zu starten und dem Stromnetz damit die Hauptlast des produzierten Stroms zu ersparen.

Fazit

Bei der Berechnung der optimalen Kapazität ist – besonders bei Nutzung aller Fördermöglichkeiten des Bundes und der KfW-Bank – die Einbeziehung eines Solaranlagen-Speichers eine ökonomisch sinnvolle Maßnahme. Mit anderen Worten: Stellt man alle Kosten dem zu erwartenden Ertrag gegenüber, ist ein Gewinn absehbar.

Wie hoch dieser sein wird und ab wann sich eine Solaranlage mit Speicher amortisiert, hängt vor allem von der geographischen Lage der Solaranlage, den Umgebungsbedingungen, dem Verbrauch im Haushalt und auch der gewünschten Autarkiequote ab. In jedem Fall können Anlagenbetreiber den Einsatz eines Speichers genießen.

Nützliche Links:
http://www.pv-magazine.de/themen/speicher-und-netzintegration/speicherrechner/
http://www.solarwirtschaft.de/speicherprogramm.html
http://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/stromspeicher

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