Strom kündigen bei einem UmzugWer heute einen Liefervertrag mit einem Stromanbieter abschließt, muss sich meist für längere Laufzeiten von 12 bis 36 Monaten verpflichten. Damit wollen die Stromanbieter eine stärkere Bindung an das Unternehmen erreichen. Die Vertragskündigung ist in der Regel nur zum Ablauf des vereinbarten Termins möglich. Eine normale Kündigung ist also in solchen Fällen kurzfristig kaum realisierbar.

Um doch früher aus einem langfristigen Stromvertrag herauszukommen, gibt es die Möglichkeiten des Sonderkündigungsrechts aus besonderen Gründen. Diese beiden Gründe sind Strompreiserhöhung und Umzug.

In diesem Beitrag geht es ausschließlich um die besonderen Kündigungsrechte bei einem Umzug. In aller Regel zieht jeder Mensch mindestens einmal (häufig jedoch viel öfter) in seinem Leben um. Für diese Personen ist der Umzug ein willkommener Anlass, seinen Stromanbieter zu wechseln.

Für den Wechsel zu einem neuen Stromanbieter muss man mindestens mit einem Zeitraum von drei bis sechs Wochen vom Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung bis zur Belieferung rechnen. Wenn man also pünktlich zum Einzugstermin mit Strom vom Wunschanbieter beliefert werden möchte, sollte man den Stromanbieterwechsel vorausschauend planen.

Für den Wechsel sollte der neue Versorger mit den Informationen über das Einzugsdatum, die Stromzählernummer und den Zählerstand versorgt werden. Der Zählerstand sollte, möglichst unter Hinzuziehung eines Zeugen, aufgeschrieben werden, um nachfolgende Abrechnungen besser kontrollieren zu können.

Die wichtigsten Fallbeispiele für die Besonderheiten des Stromanbieterwechsels haben wir nachstehend dargestellt.

Umzug innerhalb oder außerhalb des Netzgebietes

Die erste Frage gilt dem Netzgebiet. Erfolgt der Umzug innerhalb oder außerhalb des Netzgebiets? Die meisten Stromanbieter, nicht alle, unterscheiden danach, ob der Umzug innerhalb oder außerhalb des Netzgebietes erfolgt. Wenn sich der neue Wohnsitz außerhalb des Netzgebietes befindet, kann der Kunde den Vertrag kündigen. Findet der Umzug jedoch innerhalb des Netzgebietes statt, kann das Versorgungsunternehmen auf einer Weiterbelieferung bestehen.

Grundversorgung oder Alternativanbieter

Zuerst muss man klar unterscheiden, ob mit dem bisherigen Liefervertrag Strom aus der Grundversorgung bezogen wurde oder ob die Lieferung von einem alternativen Stromanbieter erfolgt ist. Stromkunden im Rahmen der Grundversorgung haben bei einem Umzug grundsätzlich ein gesetzliches Kündigungsrecht mit einer Frist von zwei Wochen für den jeweiligen Liefervertrag im Grundtarif. Allerdings sollte man den Grundversorgungs-Anbieter rechtzeitig informieren und sich rechtzeitig vor dem Umzug einen neuen Stromanbieter suchen.

Alternativer Stromanbieter

Bei einem alternativen Stromanbieter sieht die Lage schon etwas anders aus. Bei den dort meist abgeschlossenen Verträgen besteht kein grundsätzliches Sonderkündigungsrecht. Da muss man schon auf die Feinheiten und das Kleingedruckte achten.

Viele alternativen Stromanbieter regeln das Sonderkündigungsrecht im Falle eines Umzugs in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Hier hilft nur der Blick in den Liefervertrag und die ihm zugrunde liegenden Bedingungen. Wenn ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt wird, kann der Vertrag anlässlich des Umzugs gekündigt werden. Das sollte dann aber rechtzeitig und innerhalb der in den AGB angegebenen Fristen erfolgen.

Auf die Form der Sonderkündigung kommt es zur Rechtswirksamkeit an

Eine Kündigung hat immer schriftlich zu erfolgen. Das gilt natürlich auch für das Sonderkündigungsrecht gegenüber dem Stromanbieter. Der Vertrag kann also zweckmäßigerweise nur mit einem Brief (am besten per Einschreiben) oder per E-Mail rechtswirksam gekündigt werden.

Auch die Einhaltung der Fristen ist entscheidend

Neben der Form ist bei der Sonderkündigung vor allem die Einhaltung der vorgegebenen Kündigungsfrist von Bedeutung. Diese beträgt in aller Regel 14 Tage, kann jedoch unabhängig vom Umzugsdatum jederzeit erklärt werden, also auch 4 Wochen vorher. Hier gilt also die Devise: Lieber14 Tage zu früh, als nur einen Tag zu spät kündigen. Vergessen Sie nicht, die Einzugsermächtigung, ohne die ja heute kein Liefervertrag abgeschlossen wird, zu widerrufen.

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