Baugrunduntersuchung

Wer sich ein Baugrundstück kauft, sollte das Baugrundstück vorher sorgsam untersuchen bzw. Erkundigungen über die Beschaffenheit des Grundstückes einziehen. Der günstigste Fall tritt dann ein, wenn ein Bodengutachten bereits vorhanden ist. In diesem Fall sind Besonderheiten im Gutachten angesprochen und man hat bereits konkrete Vorstellungen, welche zusätzlichen Maßnahmen für den Hausbau zu treffen sind. Meist liegt ein Bodengutachten aber nicht vor. Wenn man die Kosten für das Bodengutachten scheut, muss man auf eigene Faust Erkundigungen über das Grundstück einholen.

Baugrunduntersuchung: Informationen beschaffen

Man beginnt damit, beim Verkäufer, dem Katasteramt, dem Bauamt und den Nachbarn nach eventuellen Beeinträchtigungen, die auf dem Grundstück lasten könnten, zu forschen. Hierzu gehört auch die Nachfrage, ob auf dem Grundstück oder in unmittelbarer Nähe früher Gewerbebetriebe angesiedelt waren. Dabei ist es besonders wichtig, in Erfahrung zu bringen, welcher Art der Gewerbebetrieb war und ob bspw.  mit Schwermetallen, Chemikalien, Giften, Ölen und Benzin gearbeitet wurde. Denn die Sanierung eines Grundstückes, das derartigen Sondermüll aufweist, kann sehr teuer werden.

Probebohrungen und Grundwasserspiegel

Besteht der Verdacht, dass sich auf dem Baugrundstück Schichten aus Sumpf, Moor oder Torf befinden könnten, so sollte man zur Sicherheit Probebohrungen vornehmen lassen. Probebohrungen an signifikanten Stellen sind immer noch billiger als ein komplettes Bodengutachten.

Das nächste Problem kann der Grundwasserspiegel sein. Den derzeitigen Stand des Grundwasserspiegels kann man beim Bauordnungsamt oder dem Wasserwirtschaftsamt in Erfahrung bringen. Bei zu hohem Grundwasserstand ist dann gegebenenfalls der Bau einer Wanne vorzusehen, was wiederum mit weiteren Kosten verbunden ist.

Eine grüne Oberfläche auf dem Baugrundstück bedeutet nicht, dass der Untergrund nicht felsig sein kann. Um sicher zu gehen, dass keine Sprengungen erforderlich werden, sollte man die Nachbarn und das Katasteramt befragen.

Hanglage des Grundstückes

Ein Baugrundstück in Hanglage hat sicherlich seinen besonderen Reiz, speziell, wenn diese Sonderlage architektonisch ansprechend gestaltet wird. Es ergibt sich jedoch die Frage, wo sich die Kanalisation befindet. Liegt sie oberhalb der geplanten Wasserzu- und abfuhr, so sind Sondermaßnahmen erforderlich, die für eine Erhöhung der geplanten Baukosten sorgen können. Man sollte hier auf jeden Fall einen Fachingenieur zu Rate ziehen.

Ein weiterer Grund für eine Baugrunduntersuchung liegt in einer vermuteten unzureichenden Tragfähigkeit des Baugrundes. Sie kann unzureichend sein, wenn der Baugrund nicht natürlich gewachsen ist, sondern aufgeschüttet wurde. So kann es vorkommen, dass der Untergrund nachgibt und zusätzliche Stützungs- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich werden.

Fazit: Eine Baugrunduntersuchung hat seinen Preis, der sich aber rechnet, wenn auch nur ein einziger der oben aufgeführten Mängel rechtzeitig erkannt wird.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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