Wohin mit den ausgedienten Lampen und Leuchten? Diese Frage stellen sich insbesondere umweltbewusste Menschen. Zu einem bewussten Umgang mit der Umwelt zählt es dann auch, Lampen und Leuchten nach Gebrauch richtig zu entsorgen.

Bei der Entsorgung von Lampen und Leuchten muss man unterscheiden, ob die ausgedienten Produkte unter das Elektro- und Elektronikgesetz (ElektroG) fallen oder in den Haus-, Rest- oder Sperrmüll gehören. Die Rücknahme, die umweltverträgliche Entsorgung und das Recycling von Altgeräten regelt seit 2006 in Deutschland das „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“  (ElektroG). Unter das Elektronikgesetz fallen LED-Lampen, stabförmige Leuchtstofflampen, Kompaktleuchtstoff- und Energiesparlampen, Entladungslampen und Natriumdampf-Niederdrucklampen.

Energiesparlampen richtig entsorgen
Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

Hauptprobleme bei der Entsorgung von Energiesparlampen

Energiesparlampen sind bei unsachgemäßer An- und Verwendung gesundheitsschädlich. Das gilt insbesondere für zerbrochene Energiesparlampen. Auch bei der Verwendung von qualitativ hochwertigen Energiesparlampen kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem Schluss ist. Die Lampe verweigert dauerhaft den Dienst. Sie muss ausgewechselt werden und fachgerecht entsorgt werden. Die wenigsten Mitbürger wissen, dass eine nicht fachgerechte Entsorgung von Energiesparlampen mit einem Bußgeld bedacht werden kann, dass je nach Bundesland eine Höhe zwischen 50 Euro und 1.000 Euro erreichen kann.

Im nachstehenden Video wird erläutert, warum man moderne Energiesparlampen gesondert entsorgen muss.

Gesundheitsgefahr

Das größte Problem bei Energiesparlampen ist ihr hoher Quecksilberanteil.  Ungefähr 2 – 2,8 Milligramm des hochgiftigen Schwermetalls Quecksilber befinden sich in jeder Energiesparlampe (in einem Fieberthermometer sind es rund 1.000 mg). Bei Leuchtstoffröhren ist der Anteil an Quecksilber übrigens viel höher als bei Energiesparlampen. Eine Energiesparlampe, die in Betrieb ist, oder gelagert wird, gibt keine Quecksilber-Emissionen ab. Größere Mengen Quecksilber sind aber schädlich und gefährlich für den menschlichen Organismus. Die in Energiesparlampen enthaltene Menge an Quecksilber soll unbedenklich sein. Doch Skeptiker warnen, dass auch kleinere Mengen von Quecksilber über die Atemluft vom Menschen aufgenommen werden können und sich im Körper über einen größeren Zeitrum anreichern können.

Der Sonderfall: Geborstene Energiesparlampen

Bei einer Energiesparlampe, die aus welchen Gründen auch immer kaputtgegangen ist, muss man besonders vorsichtig sein. Zuerst muss man unterscheiden, ob sich die Energiesparlampe im eingeschalteten oder ausgeschaltetem Zustand befunden hat. In eingeschaltetem Zustand wird erheblich mehr Quecksilber freigesetzt als bei einer ausgeschalteten Lampe.

Zur eigenen Sicherheit sollte man daher beim Bersten einer brennenden Lampe unverzüglich ein Fenster öffnen, die Zimmertür schließen und den Raum für mindestens eine halbe Stunde bis zu einer Stunde nicht mehr betreten. Es ist nicht ratsam, einen Staubsauger zu verwenden, der die kleinen Partikel aufsaugt und sie dann über die Abluft wieder quer über die Wohnräume verteilt.

Tipp:

Statt mit Staubsauger oder Besen sollte man die Scherben zum Beispiel mit Hilfe zweier Pappdeckel oder mehrerer Lagen Küchenrolle zusammenkehren und die Stelle feucht nachwischen. Die Reste der Lampe sowie die benutzten Pappdeckel sollten in einem Beutel, einer Dose oder einem Glas verschlossen werden und bei der öffentlichen Schadstoffsammelstelle abgegeben werden.

Wo kann ich alte Energiesparlampen zurückgeben?

Deutsche Verbraucherverbände fordern schon seit langem eine generelle Rücknahmepflicht für die Lampenanbieter, aber bisher nehmen leider nur wenige Händler die defekten oder verbrauchten Energiesparlampen zurück. So bleibt nur die sachgerechte Entsorgung als Sondermüll mit Abgabe im Schadstoffhof oder bei einem in vielen Städten vorhandenen Schadstoffmobil, dass regelmäßig an festen Standorten pro Stadtteil bereit steht, um Sondermüll aufzunehmen.

Energiesparlampen können heute bundesweit an 2160 Sammelstellen kostenlos abgegeben werden, teilt die Hersteller-Initiative «Sauberes Licht, sauber recycelt» in Berlin mit. Allein im Handel soll es jetzt 725 Anlaufstellen geben, darunter in vielen Elektronik- und Möbelgeschäften sowie Baumärkten.

Extrawurst für Deutschland und die Kehrseite der „Toleranz“

Die Bundesrepublik ist das einzige Land in der europäischen Union, in dem der Handel die Lampen aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht zurücknehmen und damit zu einer fachgerechten Entsorgung beitragen muss. Dies geschieht in Deutschland allein auf freiwilliger Basis. Die Deutsche Umwelthilfe schätzt, dass defekte Energiesparlampen zu nicht einmal zehn Prozent an den Entsorgungsstellen zurückgegeben werden. Mehr als ein Viertel der Verbraucher werfen defekte Energiesparlampen in den Hausmüll, Wertstoffsack beziehungsweise in die Wertstofftonne sowie in den Altglascontainer, was zu Lasten der Umwelt geht.

Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=t74Ie7iMgko

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